Antioxidativer Ernährungsindex mit niedrigerer Prävalenz von Gebärmutterhalskrebs verbunden| Allgemeines

Oxidativer Stress wird als möglicher Mitfaktor bei der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen diskutiert. Antioxidative Nährstoffe könnten diesen Prozessen entgegenwirken. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen der gesamten antioxidativen Qualität der Ernährung und der Prävalenz von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen in den USA zu untersuchen.

Methoden
Für die bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie wurden Daten aus der US-amerikanischen NHANES-Erhebung der Jahre 2003 bis 2018 ausgewertet. Insgesamt gingen 1.044 Frauen in die Analyse ein, darunter 174 mit einer selbst berichteten Vorgeschichte von Gebärmutterhalskrebs und 870 Vergleichspersonen.
Die antioxidative Qualität der Ernährung wurde mithilfe des Composite Dietary Antioxidant Index (CDAI) bestimmt. Dieser basierte auf der Zufuhr antioxidativer Nährstoffe aus einem 24-Stunden-Ernährungsprotokoll. Anschließend wurde mittels gewichteter logistischer Regression untersucht, wie stark der CDAI mit der Prävalenz von Gebärmutterhalskrebs zusammenhing.

Ergebnisse
Ein höherer CDAI war signifikant mit einer geringeren Prävalenz von Gebärmutterhalskrebs verbunden. Pro zusätzlicher Einheit im CDAI sank die Wahrscheinlichkeit für eine entsprechende Diagnose um rund 11 %.
Frauen im höchsten Drittel des antioxidativen Ernährungsindex wiesen im Vergleich zum niedrigsten Drittel eine um etwa 56 % geringere Prävalenz auf. Die Dosis-Wirkungs-Analyse zeigte dabei einen weitgehend linearen inversen Zusammenhang.
Die Ergebnisse blieben auch in verschiedenen Untergruppen weitgehend stabil. Frauen mit Gebärmutterhalskrebs rauchten häufiger, waren häufiger adipös und lebten häufiger allein als Frauen ohne entsprechende Diagnose.

Fazit
Die Studie zeigte, dass eine höhere antioxidative Qualität der Ernährung mit einer geringeren Prävalenz von Gebärmutterhalskrebs assoziiert war. Der Zusammenhang war über verschiedene Untergruppen hinweg konsistent.
Da es sich um eine Querschnittsanalyse mit selbst berichteten Krebsdiagnosen und einmaliger Ernährungserfassung handelte, lassen sich daraus keine kausalen Schlussfolgerungen ziehen. Prospektive Studien sind erforderlich, um zu klären, ob eine antioxidativ geprägte Ernährung tatsächlich zur Prävention beitragen kann.

Lang M, Dang L, Zhang S, Zhu L. 
Association between Composite Dietary Antioxidant Index and cervical cancer: A population-based cross-sectional study. 
Int J Gynaecol Obstet. 2026 Aug; doi: 10.1002/ijgo.71276