Zink wird bei Kindern mit akutem wässrigem Durchfall eingesetzt, kann in einer Dosierung von 20 mg täglich jedoch Nebenwirkungen wie Erbrechen hervorrufen. Eine niedrigere Dosis könnte besser verträglich sein, ihre Wirksamkeit war bislang aber nicht ausreichend geklärt. Ziel der Studie war es, 10 mg Zink allein oder in Kombination mit Probiotika mit der Standarddosis von 20 mg zu vergleichen.
Methoden
Die prospektive Vergleichsstudie umfasste 147 Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren, die wegen akutem wässrigem Durchfall an einem spezialisierten Gesundheitszentrum behandelt wurden. Jeweils 49 Kinder wurden einer von drei Gruppen zugeteilt.
Die erste Gruppe erhielt täglich 20 mg Zinkacetat, die zweite 10 mg Zinkacetat und die dritte 10 mg Zinkacetat in Kombination mit Probiotika. Die Betreuungspersonen wurden 14 Tage lang täglich telefonisch zu Beschwerden, Nebenwirkungen und Therapieabschluss befragt.
Ergebnisse
Die durchschnittliche Gesamtdauer des Durchfalls unterschied sich nicht signifikant zwischen den drei Gruppen. Eine Besserung innerhalb von drei Tagen wurde jedoch bei 22,4 % der Kinder unter 10 mg Zink plus Probiotika beobachtet. In der Gruppe mit 20 mg Zink waren es 10,2 % und unter 10 mg Zink allein 2 %. Dieser Unterschied war statistisch signifikant.
Nach Einschätzung der Forschenden war die alleinige Gabe von 10 mg Zink weniger wirksam als die Standarddosis von 20 mg. Die Kombination der niedrigeren Zinkdosis mit Probiotika zeigte dagegen günstigere Ergebnisse.
Erbrechen war mit 85 % die am häufigsten berichtete unerwünschte Reaktion. Aus dem Abstract ging allerdings nicht eindeutig hervor, ob sich die Häufigkeit des Erbrechens zwischen den Behandlungsgruppen unterschied und ob die niedrigere Zinkdosis tatsächlich besser vertragen wurde.
Fazit
Die Studie deutete darauf hin, dass 10 mg Zink täglich allein bei akutem wässrigem Durchfall weniger wirksam waren als 20 mg. Durch die zusätzliche Gabe von Probiotika konnte die niedrigere Zinkdosis jedoch häufiger mit einer Abheilung innerhalb von drei Tagen verbunden sein.
Da sich die mittlere Durchfalldauer insgesamt nicht unterschied und zur gruppenspezifischen Verträglichkeit keine klaren Angaben vorlagen, ließ sich ein genereller Vorteil der Kombination noch nicht sicher ableiten. Weitere Studien sollten insbesondere die verwendeten Probiotikastämme sowie Unterschiede bei Nebenwirkungen und Therapieadhärenz genauer untersuchen.
P PK, Jegadeesan P, Ananthakrishnan S.
Acceptability and efficacy of low-dose zinc with or without probiotics in acute watery diarrhoea-a prospective comparative study.
J Trop Pediatr. 2026 Apr; 72(3):fmag025

