Verbesserte Osteocalcin-Aktivierung durch Vitamin K2 bei Osteoporose| Allgemeines

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung des Knochens, die durch einen Verlust an Knochenmasse und ein erhöhtes Frakturrisiko gekennzeichnet ist. Zur Beurteilung des Knochenstoffwechsels werden verschiedene biochemische Marker herangezogen, darunter Osteocalcin und dessen untercarboxylierte Form. Vitamin K2 spielt hierbei eine zentrale Rolle, da es die Aktivierung von Osteocalcin unterstützt und somit in den Knochenstoffwechsel eingreift. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss einer Vitamin-K2-Supplementierung auf Marker des Knochenumbaus bei postmenopausaler Osteoporose systematisch zu bewerten.

Methodik
Die Autoren führten eine systematische Übersichtsarbeit gemäß PRISMA-Leitlinien durch. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien, die den Effekt von Vitamin K2 auf biochemische Marker des Knochenstoffwechsels bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose untersuchten. Analysiert wurden unter anderem Veränderungen von Osteocalcin, untercarboxyliertem Osteocalcin sowie weiteren knochenbezogenen Laborparametern.

Ergebnisse
Insgesamt wurden neun Studien mit 2.570 Teilnehmerinnen ausgewertet. Die Supplementierung mit Vitamin K2 führte zu einem signifikanten Anstieg des Gesamt-Osteocalcins sowie der knochenspezifischen alkalischen Phosphatase. Gleichzeitig zeigte sich eine deutliche Abnahme des untercarboxylierten Osteocalcins und der tartratresistenten sauren Phosphatase, was auf eine verbesserte Knochenstoffwechselaktivität hindeutete. Für das C-terminale Telopeptid des Typ-I-Kollagens (CTX) wurde zwar eine statistisch signifikante Reduktion beobachtet, deren klinische Bedeutung jedoch als begrenzt eingeschätzt wurde. Für das N-terminale Telopeptid (NTX, N-terminal) ließ sich kein relevanter Effekt nachweisen.

Fazit
Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Vitamin K2 zentrale Marker des Knochenumbaus günstig beeinflusste, insbesondere Osteocalcin und dessen untercarboxylierte Form. Dies unterstreicht die Bedeutung von Vitamin K2 für den Knochenstoffwechsel bei postmenopausaler Osteoporose. Um den tatsächlichen Nutzen für klinische Endpunkte wie die Knochendichte oder das Frakturrisiko sicher beurteilen zu können, sind jedoch weitere langfristige Studien erforderlich.

Zhang Z, Li Y, Li J, Yuan Y, Liu K, Shi X. 
The effect of vitamin K2 supplementation on bone turnover biochemical markers in postmenopausal osteoporosis patients: a systematic review and meta-analysis. 
Front Endocrinol (Lausanne). 2025 Nov; 16:1703116