U-förmiger Zusammenhang zwischen Eisenaufnahme und Beckenentzündung bei Frauen| Allgemeines

Die Beckenentzündung, auch Pelvic Inflammatory Disease (PID) genannt, ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, die mit erheblichen gesundheitlichen Folgen verbunden sein kann. Während bestimmte Spurenelemente bereits mit einem geringeren Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht wurden, war die Bedeutung der Eisenaufnahme bislang unklar. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen der über die Ernährung aufgenommenen Eisenmenge und dem Auftreten einer PID bei Frauen in den USA zu untersuchen.

Methoden
Für die Querschnittsanalyse wurden Daten von 5.034 Frauen im Alter von 20 bis 59 Jahren aus den NHANES-Erhebungen 2013 bis 2020 ausgewertet. Angaben zur Eisenaufnahme stammten aus Ernährungsbefragungen und Informationen zu einer PID aus Fragebögen zur reproduktiven Gesundheit.
Zur statistischen Auswertung kamen multiple logistische Regressionsmodelle, geglättete Kurvenanalysen und Schwellenwertberechnungen zum Einsatz. Zusätzlich wurden Untergruppen nach verschiedenen demografischen und gesundheitlichen Merkmalen untersucht.

Ergebnisse
Eine höhere Eisenaufnahme war insgesamt mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine PID verbunden. Die Beziehung verlief jedoch nicht rein linear, sondern zeigte einen U-förmigen Verlauf.
Unterhalb einer täglichen Eisenaufnahme von 27 mg nahm das geschätzte PID-Risiko mit jeder zusätzlichen Einheit Eisen um etwa 3 % ab. Oberhalb dieses Schwellenwertes ließ sich kein weiterer günstiger Zusammenhang ableiten. Besonders ausgeprägt war die inverse Assoziation bei zusammenlebenden Frauen, Nichtraucherinnen und Teilnehmerinnen mit Diabetes.
Andere untersuchte Vitamine und Spurenelemente zeigten nach vollständiger statistischer Anpassung keinen unabhängigen Zusammenhang mit dem PID-Risiko.

Fazit
Die Analyse deutete darauf hin, dass eine höhere Eisenaufnahme im unteren bis mittleren Zufuhrbereich mit einem geringeren Auftreten von Beckenentzündungen assoziiert war. Der beobachtete U-förmige Verlauf sprach jedoch gegen die Annahme, dass eine immer höhere Eisenzufuhr zwangsläufig vorteilhaft sei.
Da es sich um eine Querschnittsstudie auf Basis von Ernährungs- und Selbstauskünften handelte, ließ sich kein kausaler Zusammenhang belegen. Die Ergebnisse rechtfertigen daher keine pauschale Empfehlung zur Eisensupplementierung, sondern sollten in prospektiven Studien überprüft werden.

Wang X, Ye J, Chen X, Zhang Q, Zhang J. 
Association between dietary iron intake and pelvic inflammatory disease in women from the US: Findings from the 2013 to 2020 NHANES dataset. 
Medicine (Baltimore). 2026 Mai; 105(19):e48490.