Studie zeigt Nutzen von Vitamin D plus Lebensstilmaßnahamen bei postinfektiösem Fatigue-Syndrom| Allgemeines

Myalgische Enzephalomyelitis bzw. das chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) kann unter anderem nach Virusinfektionen oder in seltenen Fällen auch nach Impfungen auftreten. Eine mögliche Rolle spielt dabei ein unzureichender Vitamin-D-Status, der bei vielen Betroffenen festgestellt wurde. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob eine gezielte Vitamin-D-Substitution in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen die Symptome von ME/CFS bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel oder -Insuffizienz verbessern kann.

Methoden
In die offene, randomisierte kontrollierte Studie wurden 91 Patienten mit ME/CFS aufgenommen, deren Erkrankung entweder im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infektion (PASC) oder nach einer Impfung (PVS) aufgetreten war. Alle Teilnehmer wiesen Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D unter 30 ng/mL auf.
Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 zwei Gruppen zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt über zwölf Wochen eine aktive Vitamin-D-Präparation sowie zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung des Vitamin-D-Status, darunter eine tägliche Supplementierung von 25 µg Vitamin D, Ernährungsberatung, Empfehlungen zur Sonnenexposition und körperlicher Aktivität. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich die aktive Vitamin-D-Präparation ohne weitere Anleitung.
Der primäre Endpunkt war die Veränderung der Anzahl von ME/CFS-Symptomen innerhalb von zwölf Wochen.

Ergebnisse
Nach zwölf Wochen zeigte die Interventionsgruppe eine deutlich stärkere Reduktion der Symptome als die Kontrollgruppe. Die durchschnittliche Veränderung der Symptomanzahl betrug -6,7 in der Interventionsgruppe gegenüber -1,2 in der Kontrollgruppe.
Gleichzeitig stieg der Vitamin-D-Spiegel in der Interventionsgruppe von durchschnittlich 18,6 auf 27,1 ng/mL, während in der Kontrollgruppe ein Rückgang beobachtet wurde. Insgesamt erreichten 16 Teilnehmer der Interventionsgruppe eine Symptomzahl unterhalb der diagnostischen Schwelle für ME/CFS, während dies in der Kontrollgruppe nur bei einer Person der Fall war.
Subgruppenanalysen zeigten vergleichbare Verbesserungen sowohl bei Patienten mit postvakzinalem Syndrom als auch bei Patienten mit postakuten Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.

Fazit
Die Studie zeigte, dass eine gezielte Vitamin-D-Substitution in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen bei Patienten mit ME/CFS und unzureichendem Vitamin-D-Status zu einer deutlichen Reduktion der Symptome führen kann. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Verbesserung des Vitamin-D-Spiegels ein potenziell relevanter therapeutischer Ansatz bei ME/CFS im Zusammenhang mit postinfektiösen oder postvakzinalen Syndromen sein könnte.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Kodama S, Nakata M, Konishi N, Yoshino M, Fujisawa A, Naganuma M, Kobayashi Y, Hirai Y, Kitagawa A, Miyokawa M, Mishima R, Teramukai S, Fukushima M. 
Vitamin D in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome After COVID-19 or Vaccination: A Randomized Controlled Trial. 
Nutrients. 2026 Feb; 18(3):521