Die vaskuläre kognitive Beeinträchtigung (VCI) umfasst unterschiedliche Formen geistiger Leistungseinbußen, die mit Erkrankungen der Blutgefäße und der Hirndurchblutung zusammenhängen. Obwohl VCI häufig vorkommt, stehen bislang keine speziell dafür zugelassenen Therapien zur Verfügung. Ziel der systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse war es, bereits untersuchte Behandlungsstrategien zusammenzufassen und zu bewerten, welche Ansätze für weitere Forschung infrage kommen könnten.
Methoden
Die Forschenden werteten 173 klinische Studien mit insgesamt 22.347 Teilnehmern aus. Berücksichtigt wurden vier Kategorien vaskulärer kognitiver Beeinträchtigungen, 91 verschiedene Interventionen und 145 Ergebnisparameter.
Für geeignete Therapieansätze wurden die Daten metaanalytisch zusammengeführt. Untersucht wurden sowohl Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit als auch funktionelle Fähigkeiten im Alltag.
Ergebnisse
Ginkgo-biloba-Extrakte zeigten in den zusammengefassten Analysen moderate bis größere Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Bei funktionellen Fähigkeiten wurden kleine bis moderate Effekte festgestellt. Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse blieb jedoch unklar, da die Qualität und Vergleichbarkeit der zugrunde liegenden Studien insgesamt begrenzt waren.
Kleine bis moderate Verbesserungen der Kognition wurden außerdem für Acetylcholinesterase-Hemmer, Memantin, Cerebrolysin, Propentofyllin, körperliches Training und kognitive Rehabilitation beobachtet.
Die Studien unterschieden sich jedoch erheblich hinsichtlich der eingeschlossenen VCI-Formen, Diagnosekriterien, Behandlungsprotokolle und erhobenen Endpunkte. Nur wenige Interventionen waren wiederholt in ausreichend großen und methodisch hochwertigen Studien untersucht worden.
Fazit
Die Metaanalyse identifizierte mehrere Therapieansätze, die möglicherweise die kognitive Leistungsfähigkeit oder Alltagsfunktionen bei vaskulärer kognitiver Beeinträchtigung verbessern könnten. Die stärksten Effektschätzungen wurden für Ginkgo-biloba-Extrakte beobachtet, die Sicherheit der Evidenz war jedoch niedrig.
Die Ergebnisse erlauben daher keine eindeutige Therapieempfehlung. Künftige Studien sollten klar definierte VCI-Untergruppen untersuchen, einheitliche Diagnose- und Bewertungskriterien verwenden und ausreichend große Teilnehmerzahlen einbeziehen.
Masserini F, Gendarini C, Baso G, Salvadori E, Pantoni L.
Therapeutic strategies in vascular cognitive impairment: A systematic review and meta-analysis.
Alzheimers Dement. 2025 Nov; 21(11):e70840

