Koronare Verkalkungen gelten als Ausdruck einer fortgeschrittenen Atherosklerose und stehen mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko in Verbindung. Für Patienten mit Diabetes oder terminaler Niereninsuffizienz lagen bereits Hinweise vor, dass Vitamin K das Fortschreiten vaskulärer Verkalkungen beeinflussen könnte. Unklar war jedoch, ob dies auch für Patienten mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit gilt. Ziel der Studie war es daher, den Einfluss einer zweijährigen Supplementierung mit Menachinon-7, einer Form von Vitamin K2, auf die Koronarkalzifikation zu untersuchen.
Methoden
In die randomisierte, placebokontrollierte VitaK-CAC-Studie wurden 180 Patienten mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit und einem Koronarkalk-Score zwischen 50 und 400 Agatston-Einheiten aufgenommen. Die Untersuchung wurde an zwei Kliniken in den Niederlanden durchgeführt.
Die Teilnehmer erhielten über zwei Jahre täglich entweder 360 µg Menachinon-7 (MK-7) oder ein identisches Placebo. Der Koronarkalk-Score und die Calciummasse wurden zu Studienbeginn sowie nach einem und zwei Jahren mittels Computertomographie bestimmt. Ergänzend erfolgten CT-Angiographien, um Veränderungen bestehender Plaques und neu auftretende Verkalkungen zu erfassen.
Ergebnisse
Die MK-7-Konzentrationen im Blut stiegen in der Interventionsgruppe deutlich an. In beiden Gruppen nahm der Koronarkalk-Score im Verlauf der zwei Jahre zu, der Anstieg fiel unter MK-7 jedoch geringer aus als unter Placebo. Dieser Unterschied blieb auch nach statistischer Anpassung an mögliche Einflussfaktoren signifikant.
Ein vergleichbares Ergebnis zeigte sich für die Calciummasse. Zudem hing die Zunahme des Koronarkalk-Scores mit der Zahl zuvor nicht verkalkter Plaques zusammen, die sich im Studienverlauf teilweise verkalkten. Relevante unerwünschte Wirkungen wurden nicht beobachtet.
Fazit
Die Studie lieferte Hinweise darauf, dass eine zweijährige Supplementierung mit MK-7 das Fortschreiten koronarer Verkalkungen bei Patienten mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit verlangsamen könnte.
Da der Koronarkalk-Score in beiden Gruppen weiter anstieg, handelte es sich nicht um einen Rückgang bestehender Verkalkungen. Zudem blieb unklar, ob die beobachteten Veränderungen die Plaquestabilität verbessern oder langfristig das Risiko für Herzinfarkte und andere kardiovaskuläre Ereignisse senken. Weitere Studien mit klinischen Endpunkten sind erforderlich.
Vossen LM, de Leeuw PW, Schurgers LJ, Heuts S, Adriaans BP, de Haan C, van Varik BJ, Kroon AA.
Two Years of Menaquinone-7 Supplementation and Coronary Artery Calcification: A Randomized Clinical Trial.
JAMA Cardiol. 2026 Jun; 10:e261279.

