Vitamin B12 verbessert Symptome der diabetischen Neuropathie| Allgemeines

Die diabetische periphere Neuropathie (DPN) zählt zu den häufigsten Komplikationen des Typ-2-Diabetes und geht mit erheblichen gesundheitlichen Belastungen einher. Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle für den Schutz und die Regeneration von Nervenzellen. Dennoch ist bislang unklar, welche Dosierung einer Vitamin-B12-Supplementierung bei Patienten mit niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln und diabetischer Neuropathie den größten Nutzen bringt. Ziel der Studie war es, die Wirkung von zwei unterschiedlichen täglichen Dosierungen von oralem Vitamin B12 auf neuropathische Symptome zu vergleichen.

Methoden
In der randomisierten kontrollierten Studie wurden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, diagnostizierter diabetischer peripherer Neuropathie und niedrigen Vitamin-B12-Serumspiegeln (<200 pg/mL) eingeschlossen. Die Teilnehmer erhielten über einen Zeitraum von 16 Wochen täglich entweder 1000 µg oder 2000 µg Vitamin B12 in Form von Methylcobalamin.
Als primäre Endpunkte dienten Veränderungen neuropathischer Beschwerden, gemessen mit der numerischen Ratingskala für Schmerzen (NRS), dem Michigan Neuropathy Screening Instrument (MNSIE) sowie dem Neuropathy Disability Score (NDS). Zusätzlich wurden Serum-Vitamin-B12-Konzentrationen und metabolische Parameter analysiert.

Ergebnisse
Von den 35 randomisierten Teilnehmern schlossen 32 die Studie ab. Die Serum-Vitamin-B12-Spiegel stiegen in beiden Gruppen deutlich an, wobei der Anstieg in der Gruppe mit 2000 µg stärker ausfiel.
In beiden Gruppen kam es zu signifikanten Verbesserungen der neuropathischen Symptome. Die Schmerzwerte (NRS) sowie die Ergebnisse des MNSIE verbesserten sich in beiden Dosierungsgruppen deutlich. Zwischen den beiden Dosierungen zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der neuropathischen Parameter. Der Neuropathy Disability Score blieb unverändert.
Zusätzlich wurde beobachtet, dass die Einnahme von 1000 µg Vitamin B12 mit einer Verbesserung des HbA1c-Wertes verbunden war, während die höhere Dosierung von 2000 µg mit einem Rückgang der geschätzten glomerulären Filtrationsrate assoziiert war.

Fazit
Eine 16-wöchige Supplementierung mit Vitamin B12 führte bei Patienten mit diabetischer peripherer Neuropathie und niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln zu einer Verbesserung neuropathischer Symptome. Eine höhere Dosierung von 2000 µg erhöhte zwar die Serumspiegel stärker, brachte jedoch keinen zusätzlichen Nutzen hinsichtlich der neuropathischen Beschwerden oder metabolischen Parameter im Vergleich zu 1000 µg täglich.

Mansour A, Amrollahi Bioky A, Gerami H, Khorasanian AS, Esmaeili AH, Fateh HR, Aghaei Meybodi HR, Mohajeri-Tehrani MR, Safyari R, Adibi H, Sajjadi-Jazi SM. 
Efficacy of Oral Vitamin B-12 at 1000 μg Compared with 2000 μg on Neuropathic Outcomes in Patients with Diabetic Peripheral Neuropathy and Low Serum Vitamin B-12: a Randomized Clinical Trial. 
J Nutr. 2026 Jan; 156(6):101368