Welche Rolle spielt das Mikrobiom bei der Blutdrucksenkung durch Flavonoide? | Allgemeines

Studien zeigen, dass der Verzehr flavonoidreicher Lebensmittel den Blutdruck positiv beeinflusst. Es gibt zunehmend Hinweise, dass unter anderem die Zusammensetzung des Darmmikrobioms einen Einfluss auf die Wirkung von Flavonoiden auf die kardiometabolische Gesundheit haben könnte. Eine aktuelle Studie hat nun untersucht, inwieweit die Zusammensetzung des Darmmikrobioms den Zusammenhang zwischen flavonoidreicher Ernährung und dem systolischen und diastolischen Blutdruck erklären könnte. Dafür wurden die Daten von 904 Personen, die zwischen 25 und 82 Jahre alt waren, ausgewertet. Mithilfe eines Food Frequency Questionnaires (FFQ) gaben die Teilnehmenden an, wieviel und wie oft sie im vergangenen Jahr 112 verschiedene flavonoidreiche Lebensmittel verzehrt hatten. Das Darmmikrobiom und die Blutdruckwerte wurden zusammen mit weiteren Parametern in regelmäßigen Abständen erhoben.

Der Verzehr von 1,6 Portionen Beeren pro Tag (eine Portion entspricht 80 Gramm oder einer Tasse) korrelierte dabei mit einem um 4,1 mmHg und die Zufuhr von 2,8 Gläsern (125 ml Wein pro Glas) Rotwein mit einem um 3,7 mmHg niedrigerem systolischen Blutdruck. Studienteilnehmer, die den höchsten Verzehr an flavonoidreichen Lebensmitteln aufwiesen, hatten niedrigere systolische Blutdruckwerte sowie eine größere Vielfalt in ihrem Darmmikrobiom als diejenigen Personen mit dem niedrigsten Verzehr.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Zusammensetzung des Mikrobioms bis zu 15,2 % den Zusammenhang zwischen dem Verzehr flavonoidreicher Lebensmittel und dem systolischen Blutdruck erklären könnte. 

Amy Jennings, Manja Koch, Corinna Bang, Andre Franke, Wolfgang Lieb, Aedín Cassidy
Microbial Diversity and Abundance of Parabacteroides Mediate the Associations Between Higher Intake of Flavonoid-Rich Foods and Lower Blood Pressure
Hypertension. 2021 August; 78:1016–1026