Zusammenhang zwischen psychischen Zwangsstörungen und Ernährung | Allgemeines

Zwangsstörungen sind eine komplexe psychische Erkrankung, dessen Entstehungsursachen bisher nur unzureichend erforscht sind. Wissenschaftler aus der Türkei wiesen nun einen Zusammenhang der Erkrankung mit einer schlechteren Versorgung verschiedener Vitalstoffe nach. In einer Fall-Kontrollstudie untersuchten sie den Vitamin B12-, Folsäure-, Vitamin D- und Homocysteinspiegel von 52 an Zwangsstörungen erkrankten Personen sowie von 30 gesunden Kontrollpersonen.

Ergebnisse
An Zwangsstörungen erkrankte Personen hatten signifikant niedrigere Vitamin B12- und Vitamin D-Spiegel als gesunde Personen. Des Weiteren beobachteten sie bei Erkrankten signifikant höhere Homocysteinspiegel. Ein Zusammenhang in Bezug auf Folsäure war statistisch nicht signifikant.

Zusammenfassung
Die Studienergebnisse könnten nach Aussage der Autoren ein Hinweis darauf sein, dass Vitamin D und der C1-Stoffwechsel eine Bedeutung in der Entstehung einer Zwangsstörung haben.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Hinweis zum Versorgungszustand von Folsäure (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe vom 19. - 80. LJ. erreichen weniger als 50 % der Männer und Frauen die Zufuhrempfehlung. Den am schlechtesten versorgten Männern und Frauen fehlen circa 150 - 180 µg Folsäure.
(DGE-Empfehlung 300 µg/Tag)

Esnafoğlu E, Yaman E.
Vitamin B12, folic acid, homocysteine and vitamin D levels in children and adolescents with obsessive compulsive disorder.
Psychiatry Res. 2017 August; 254: 232-37