Erhöht Vitamin E-Mangel das Risiko für kolorektale Karzinome? | Allgemeines

Eine Metaanalyse aus China kommt zu dem Ergebnis, dass Patienten mit einem kolorektalen Karzinom (KRK) niedrigere Vitamin E-Serumkonzentrationen aufweisen als gesunde. Dong und Kollegen durchsuchten mehrere renommierte wissenschaftliche Literaturdatenbanken nach Fall-Kontrollstudien, die den Vitamin E-Status von Patienten mit KRK und gesunden untersuchten.

Ergebnisse
Insgesamt 11 Studien mit 6.431 Personen und 520 KRK-Erkrankten wurden in der Metaanalyse berücksichtigt. Personen mit einem KRK hatten im Durchschnitt circa 3 µmol/L geringere Vitamin E-Serumkonzentrationen als gesunde. Der Zusammenhang war jedoch nur bei klinischen Studien statistisch signifikant (WMD = -3,43 µmol/L; 95 % Konfidenzintervall: -6,27 bis -0,59). In Bevölkerungskohorten wurden keine statistisch signifikanten Zusammenhänge gefunden.

Zusammenfassung
KRK-Patienten haben einen signifikant schlechteren Vitamin E-Status als gesunde. Ob dies ein Risikofaktor für die Entstehung der Krankheit sein kann, muss noch in prospektiven Untersuchungen geklärt werden

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin E (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe vom 19. - 80. LJ. erreichen nur circa 50 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung. Den am schlechtesten versorgten Männern fehlen durchschnittlich circa 7 mg Vitamin E, den Frauen fehlen entsprechend circa 6 mg.
(DGE-Empfehlungen: m. 19. - 24. LJ 15 mg/Tag, m. 25. - 50. LJ. 14 mg/Tag, m. 51. - 64. LJ. 13 mg/Tag, m. 65 > LJ. 12 mg/Tag, w. 19. - 64. LJ. 12 mg/Tag, w. 65 > LJ. 11 mg/Tag).

Dong Y, Liu Y, Shu Y, Chen X, Hu J, Zheng R, Ma D, Yang C, Guan X.
Link between risk of colorectal cancer and serum vitamin E levels: A meta-analysis of case-control studies.
Medicine (Baltimore). 2017 Juli; 96(27)